Imagine how much better the world would be if more people rode bicycles

Schon wieder – Rechtsabbieger-Unfall

Unfall Sievekingplatz

Heute morgen wurde am Sievekingplatz eine Radfahrerin von einem LKW-Fahrer angefahren überfahren und schwer verletzt. Laut MOPO wurde sie mit einer Oberschenkelfraktur ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei hat bisher keine PM dazu veröffentlicht. Die lange parallele Führung des Rechtsabbiegestreifens birgt hier für Radfahrende ein erhebliches Risiko, da PKW & LKW mit recht hoher Geschwindigkeit auf die Spur einfädeln, Radfahrende ggf. noch überholen und dann „zumachen“. Der Radfahrstreifen wird hier offensichtlich nicht mehr als solcher wahrgenommen. Mal abgesehen von den LKW ohne ausreichende Abbiege-Sicherheitsvorkehrungen, die in Innenstädten nichts verloren haben sollten, ist die Kreuzung eine Infrastruktur-Falle für alle Beteiligten (durch die aktuelle Baustelle umso mehr!). Ich selber wurde hier nach dem Umbau der Kreuzung, von einem VW-Bus mit hoher Geschwindigkeit abgedrängt, konnte mich durch eine Vollbremsung zwar hinter das Fahrzeug retten – eine Kollision war aber unvermeidbar.

Es ist erneut ein Unfall nach dem bekannten „Rechtsabbieger übersieht“-Problem*, was bereits zu mehreren tödlichen Unfällen geführt hat. Fahrzeughersteller, Betreiber und Stadtplanung stehen hier in der Pflicht endlich eine Lösung zum Schutz von Radfahrenden/FußgängerInnen zu finden. Und zwar umgehend! Meinetwegen mit einem Fahrverbot für LKW in Innenstädten bis es einen Plan gibt, wie weitere schwer Verletze oder Verkehrstote verhindert werden können.

*Nachtrag [14:45 Uhr]: „Rechtsabbieger übersieht“-Problem ist in diesem Fall eine Anspielung auf die weitverbreitete Formulierung in Polizei-PM oder Presse-Artikeln. Eine Formulierung, die unserer Meinung nach, teilweise schwerste Verkehrsunfälle bzw. ihren Hergang verharmlost und die wir daher ablehnen.

Nachtrag [16:00 Uhr]: Die Pressemitteilung der Polizei Hamburg

Foto: (c) radpropaganda.org

 

Related posts:

  • Interview | Radpropaganda im POLAR-Magazin Die POLAR ist ein Halbjahresmagazin zu Politik, Kultur, Theorie und Alltag. Die aktuelle Ausgabe #11 ist dem Thema "Sicherheit" gewidmet. Neben sehr lesenswerten Beiträgen u.a. von […]
  • Car is Over! Ein letzter verzweifelter Versuch einen Parkplatz zu finden …
  • Kopf an: Motor aus! "Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken" www.kopf-an.de

6 Responses:

  1. Malte Says:

    Vor allem wird hier hin und wieder mal aufgrund der benachbarten Arbeitsstelle die Verkehrsführung geändert — da sollen Radfahrer dann plötzlich auf dem Gehweg über den Fußgängerüberweg fahren und solche Späßchen.

  2. rollinger Says:

    Oft ist es leider kein „Übersehen“ ich erlebe sehr oft auch ein „Da ist ein Radler, ich gebe Gas und biege noch schnell rechts ab“ Das der Dabbes dann natürlich in der Kurve stark bremsen muss, vergisst er.
    Ist das der Grund warum man Leuchtjacken tragen soll, damit der Autofahrer besser abschätzen kann wie sehr er beschleunigen muss?
    Pardon, ich bin nur wütend.

  3. TMKSR Says:

    @rollinger „Übersehen“ ist in diesem Fall als eine Anspielung auf die gängige Formulierung in Polizei-PM oder Presse-Artikeln. Eine Formulierung, die unserer Meinung nach,teilweise schwerste Verkehrsunfälle bzw- ihren Hergang verharmlost.

  4. rollinger Says:

    Genau das. Gute Fahrt wünsche ich. Passt auf euch auf und danke für die coole homepage. Direkt ins Feedly gepackt.

  5. TMKSR Says:

    PM der Polizei: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3748860

  6. Alex Says:

    Man sollte das „Übersehen“ eines anderen Verkehrsteilnehmers, wenn die Stelle nicht durch Büsche und Co. immens uneinsehbar ist unter grobe Fahrlässigkeit stellen und dem Fahrzeugführer die Lizenz entziehen. Wer übersieht, fährt in jedem Fall zu schnell um das Fahrzeug noch kontrolliert zum Stehen zu bringen oder gar die notwendigen Kontrollblicke durchzuführen und gehört nicht in so ein Fahrzeug.

Kommentar verfassen