Schon gecheckt?

///

Polizei überprüft über 5.000 Fahrräder
Hamburg (ots) – Zeit: 18.10.2010 bis 25.10.2010 | Ort: Hamburger Stadtgebiet

Die Hamburger Polizei hat bei der diesjährigen Fahrradsicherheitsaktion bereits in der ersten Woche über 5.000 Fahrräder/Radfahrer kontrolliert und dabei 1.479 Mal Grund zur Beanstandung gehabt. Wieder zum Beginn der dunklen Jahreszeit führte die Hamburger Polizei in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC), der Behörden für Inneres und Sport sowie Schule und Berufsbildung, der Zweiradmechaniker-Innung Hamburg und der Unfallkasse Nord Sicherheitschecks für die Verkehrssicherheit von Zweirädern durch.

In der ersten Aktionswoche haben 460 Polizeibeamte der Verkehrs- und Zentraldirektion bei insgesamt 83 Veranstaltungen 5.232 Fahrräder kontrolliert. Dabei wurden knapp 800 Mängel festgestellt; drei Fahrräder mussten sogar ganz aus dem Verkehr gezogen werden. Neben den technischen Einrichtungen wurde auch geprüft, wie genau es die Radfahrer mit den Verkehrsregeln nehmen. So mussten 688 Radfahrer verwarnt werden, da sie den falschen Radweg benutzt hatten, auf dem Gehweg oder bei Rot gefahren waren. Die Polizei wird ihre Kontrollen in den nächsten Tagen fortsetzen. Noch bis 12. November können Zweiradbesitzer ihre Räder bei vielen Händlern kostenlos auf Verkehrstauglichkeit prüfen lassen. […]

(Via Polizei-Presseticker Hamburg: http://www.presseportal.de/polizeipresse)

Interessant, was das wohl für "Veranstaltungen" waren? Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie jmd. auf der verkehrten Seite an einem Infostand vorbei fährt und dann dort deswegen verwarnt wird… mmh. Es ist wohl davon auszugehen, dass "schon gecheckt" bedeuted, dass es verstärkte Kontrollen von RadfahrerInnen gibt + Infostände (was ohne Zweifel richtig und wichtig ist). Schade nur, dass bevorzugt Radfahrende ermahnt und belehrt werden, sich "zu verhalten" – während die weit größere Gefahr unverändert von anderen Verkehrsteilnehmenden ausgeht und desw… aber STOP – Zitat:

"»Schon gecheckt« richtet sich speziell an Radfahrende, ihr Verhalten und ihre Ausrüstung. Aber auch Autofahrer sollten sich auf unseren Seiten umsehen, denn auch von ihrem Verhalten hängt die Verkehrssicherheit der Radfahrer ab."

Ach, was… Autofahrer? Echt?

Es gibt natürlich Plakate die für die Aktion werben. Die sehen dann so aus.

Und dann, dann gibt es ja auch noch die "weissen Fahrräder":

"[…]25 weiß lackierte Räder …  an solchen Stellen, an denen es in der Vergangenheit leider schon häufiger Unfälle gegeben hat. Die »Weißen Räder« tragen Hinweistafeln mit Slogans, die anregen und sensibilisieren sollen […] Wir möchten damit Fahrradfahrer und Autofahrer für einen kurzen Moment zum Nachdenken bringen und zu mehr Rücksichtnahme und Vorsicht anhalten."


Ich bin nicht zu übersehen

Ich bin neben dir


Ich habe auch ein Ziel


Ich bin auf dem Weg


Ghostbikes, so nennt man die "weissen Fahrräder" eigentlich, die als Mahnmal für im Strassenverkehr getötete oder verletzte RadfahrerInnen von Freunden oder Bekannten aufgestellt wurden – in Hamburg wird das jetzt also offiziell von der Stadt übernommen. Toll, bitte stehen lassen bzw. weitermachen! Ein Blumenstrauß hier und da wäre vielleicht noch angebracht…

Zugegebenermaßen habe ich bis jetzt erst 3 dieser Räder gesehen. Hier also, Nummer 1. Das Rad/Texttafel ist zwar für Autofahrer ausgerichtet, an dieser Stelle wird aber kaum gehalten, RadfahrerInnen und Autos fahren im Abstand von 3 Metern (recht ungefährdet) voneinander entfernt – ganz im Gegensatz zum Zebrastreifen 50m weiter vorne.

Das zweite steht gleich auf der anderen Seite des Kreisels. Hier trifft der Slogan "Ich bin nicht zu übersehen" vielleicht für Radfahrende zu, für den Autoverkehr ist dieses Sensibilisierungsrad komplett unsichtbar. Mein trauriger Favorit ist aber eindeutig Nummer 3 (Mönckebergstraße) mit dem Slogan "Ich bin neben dir" – toter kann ein Winkel nicht sein!

Nicht unter die Räder kommen soll hier, dass man auf der genannten Website alle mitmachenden Fahrradläden findet wo, man sein Rad checken lassen kann, sowie die Standorte aller 25 weissen Räder. Sowie PDF’s mit Tips um gut anzukommen und zu gewinnen gibt es auch irgendwas.

Nächstes mal bitte mit dem ADAC als Partner!

1 Kommentar

  1. Ach deswegen die weißen Räder. Gut zu wissen. "Ghostbikes" kannte ich bisher nicht. Hab mich schon gewundert was das wieder sein soll ;)

Kommentieren

Your email address will not be published.

 

Das Bankbike

Die erste materialisierte Workshop Idee – Velourbanomic Prototyp No. 1 aka das Bierbankbike, lässt sich allein

50 Bikes for Refugees

Viele der reparierten Räder konnten wir schon direkt vermitteln! Aktuell stehen noch 25 fahrbereite Räder auf